Toyota KS901: günstiger Einstieg ins Maschinenstricken

Toyota KS901: günstiger Einstieg ins Maschinenstricken

Die letzten Tage des Urlaubs sind angebrochen, die Webseite etwas aufgefrischt und da wollte ich euch schon mal auf die langsam anstehende Haupt-Strickzeit einstimmen, indem ich euch eine etwas weniger populäre Strickmaschine vorstelle.

Es geht um die Toyota KS901.

Sicher habt ihr schon hin und wieder eine in den bekannten Kleinanzeigen- oder Auktionsseiten gesehen. Sie wird meist für kleines Geld (unter 100€) angeboten und ist meines Erachtens eine empfehlenswerte Einsteigermaschine.

Sie kommt wie ihre weit bekannteren Brother-Kollegen mit 4,5mm Nadelabstand, 200 Nadeln und Lochkartenautomatik mit einem 24er-Rapport.

Dabei sind 20 Lochkarten für Web-, Fang-, Slip-, Norweger- und Lochmuster, sowie ein Lochmusterschlitten und eine Plattiereinheit. 

Nicht auf dem Foto sichtbar, aber selbstverständlich dabei: der Fadenmast mit 2 Führungen und sogar 3 Spannungsarmen. Der 3., etwas kürzere Spannungsarm dient sozusagen zur Verstärkung seiner Kollegen, zb bei Lochmustern.

Sie ist eine robuste Feinstrickmaschine, deren Mechanik sich im Falle eines Falles auch gut selbst reparieren lässt: meine kam mit einem defekten Kartentransport. Also Ärmel hochgekrempelt und das Teil auseinander genommen.

Wenn man sich die Schritte säuberlich notiert und Fotos macht bekommt man sie auch gut wieder zusammengebaut.

Der defekt Transport lang nur an einer Feder, die evtl. beim Versand verrutscht ist.

Natürlich war das nicht in einer halben Stunde gemacht, aber mit Geduld und Spucke...ääh Schraubenzieher & Ballistol bin ich dem Ganzen beigekommen und konnte es reparieren.

Ohne jegliche Toyota-Erfahrung hat es trotzdem gut geklappt und ich konnte gleichzeitig das Innere noch von ein paar Flusen und Staub befreien und einige sonst unterm Gehäuse versteckte Teile ölen.

Die getesten Fang-, Norweger- und Lochmuster hat sie prima gestrickt, auch das Maschenbild gefällt mir.

Ich habe Reste zum testen genutzt, deshalb vielleicht nicht die beste Farbkombi, aber man kann dennoch alles notwendig erkennen :)

 

Das bunte Garn ist Sockenwolle, das weiße irgendein Chenille-Rest von der Kone.

Im Gegensatz zu Brother mustert die Toyota nicht über ein Band, das die Karte transportiert, sondern über eine Walze mit spiralförmig umlaufender Führung für den Schlitten.

 

Ihre Besonderheit: sie beherrscht die sogenannte "magische Motiv Kontrolle" (Motif magic): 

damit kann man Einzelmotive, Doppelt- oder Dreifachmotive stricken indem man schlicht einen Drehknopf betätigt.

Wo auch immer im Gestrick ihr eure Motive haben möchtet, damit könnt ihr sie problemlos platzieren.

Der Schlitten funktioniert nicht wie Brother mit Drucktasten, sondern wird über den äußeren Ring eingestellt, der um den Maschenweitenselektor läuft.

In den kleinen Sichtfenstern vorne sieht man dann, was man eingestellt hat.

 

Es gehört sogar noch ein Schnittleser dazu, der mich auch wieder sehr an Brother erinnert, jedoch habe ich ihn nicht angebaut.

Falls ihr also eine günstige, robuste und einfach zu bedienende Maschine zum Einstieg sucht, oder einfach noch eine möchtet, die ihr evtl. als Kettler nutzt, kann ich euch die Toyota KS901 wirklich ans Herz legen.

Wie alle Feinstricker ist ihr normale 4-fach-Sockenwoll-Stärke und dünner am liebsten.

Es gibt auch Doppelbetten dazu, falls euch dann doch das Rundstricken oder Doppelbettmuster fehlen sollten.

 

Na, wie findet ihr sie?

 

Fröhliches Stricken!

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