Schwein gehabt und rundgestrickte Norwegermuster

Schwein gehabt und rundgestrickte Norwegermuster

 

Irgendwie kenne ich nur eine Handvoll Leute, die ihre Muster auf die Musterkarte malen und dann in die E6000 einlesen, dabei ist das eine recht fixe Möglichkeit seine Ideen als Muster in die Maschine zu bringen.

Allerdings muss ich auch sagen, dass ich oft höre, dass StrickerInnen weder die Musterkarte noch das zum einlesen notwendige Mustermäppchen (noch) haben - als Ersatzteil ist gerade letzteres bald so rar wie eine blaue Mauritius...

Ich habe schon öfter Muster gemalt und eingelesen und der größte Knackpunkt ist der benutzte Stift: er muss nicht nur schwarz sein, sondern schwarzschwarzschwarz, sonst gibt's ruckzuck eine Fehlermeldung.

Mit meinem neuen Stift, von dem nur Gutes in diversen Strickmaschinengruppen erzählt wurde, hat es tatsächlich auf´s erste mal anmalen geklappt.

Der Edding 1800 profipen 0,5 hat eine sehr dünne Spitze und so lässt es sich exakt innerhalb der vorgegebenen Kästchen malen.

Zum ersten Test damit gab es "Schwein mit Herz", das ich mir auf einem Sockenschaft einfach witzig vorstellen konnte: wie ihr seht habe ich jedoch vergessen das Schweinchen zu horizontal zu spiegeln, weshalb es auf dem Testsocken Kopf stand :) 

Die Schweinchen sind ringsum als Norwegertechnik auf der E6000 gestrickt (also Spannfäden innen) und nahtlos. Das Hauptbett mustert automatisch, am hinteren Bett müssen die Stösser jedoch händisch mustergemäß eingestellt werden, was aber bei einem recht kleinen Motiv recht gut klappt.

Weil ich grad so schön am rundmustern war habe ich gleich noch eine Socke probiert: diese ist jetzt wirklich ohne händisches Zutun gestrickt. Dabei mustert das Hauptbett im Hauptmuster, die Rückseite macht je nach Einstellung Streifen oder Salz-und-Pfeffer (Farbe 1+2 wechseln sich ab und versetzen sich alle 2 Reihen).

Das geht prima mit Duo 80 mit Deco oder der E6000 - japanische Maschinen (Brother + Co.) können das leider nicht, da deren Doppelbett nicht mustern kann.

Für Socken würde ich jedoch immer auf Muster gehen die kurze Farbwechsel haben, um die Spannfäden auf der Innenseite eben so kurz wie möglich zu halten.
Ausserdem: unbedingt vorher testen, da man die Maschen-/Reihenzahl aufgrund der Technik anpassen muss (sie werden deutlich enger, als normal glatt rechts rund gestrickte).


Ach je, was hab ich Sockenwollreste...da ich ja schon als Jahresprojekt eine Temperaturdecke stricke, wollte ich aus den Resten dann doch lieber was anderes und habe mich für eine Restejacke entschieden.

Da meine Reste ja alle die annähernd gleiche Stärke hatten (400-420m/100g) musste ich nicht unterschiedliche Einstellungen o.ä. achten.

Aber: vor dem Stricken liegt das Wickeln und dann die Maschenprobe.

Die Reste habe ich ganz grob nach Farben vorsortiert, was sich bei meinen fast ausschließlich selbstmusternden Garnen dann doch als etwas langwierig erwies :)

Danach habe ich gewickelt und beim Wickeln Fadenende des einen mit Fadenanfang des nächsten Garnes per Weberknoten verbunden: dieser Knoten hält, wenn er korrekt gemacht wird, super fest und auch der Gebrauch des Strickstücks oder die Waschmaschine kann ihn nicht lösen. 
Dochtgarne lassen sich oft nicht so gerne verknoten, da habe ich mich dann für den Russian Join entschieden.

Beide Verbindungsvarianten lassen sich auf der Maschine mitstricken!

Gewickelt sahen die Reste dann so aus (ca. 200-300g/Knäuel):

Die Restejacke wird etwas länger, so etwa Mitte Oberschenkel, langarm, V-Ausschnitt, Blende mit Schalkragen, keine Verschlüsse.

Ärmel, Vorder- und Rückenteile waren schnell gestrickt in glatt rechts, aber mit der Blende und dem Kragen hadere ich noch.

Ich habe einige getestet, aber bin noch nicht zufrieden.

Da diese Jacke meine nächste Kaufanleitung wird und ich sie absolut Anfängertauglich halten werde, will ich da nichts übermäßig kompliziertes, dennoch soll es natürlich zur Jacke passen und gut aussehen.

Ich lasse mir da lieber etwas mehr Zeit und teste weiter, als das ich da etwas "raushaue", wohinter ich nicht 100% stehe.

Der aktuelle Stand der Jacke: 


Gestern fand ja das jährliche Stricktreffen statt und es war einfach nur tolltolltoll!

Wir hatten einen richtig tollen Tag, das Wetter war super, es war eine fröhliche schöne Stimmung untereinander. 

Es war wieder ein reger Austausch von Informationen und Hilfe untereinander. Ich hatte eine Duo80 aufgebaut (für mehr ist leider kein Platz), die gerne für kleine Lehr- und Lerneinheiten genutzt wurde.

Ich bin immer überrascht, aus welchen Ecken Deutschlands die Teilnehmer anreisen: von Hannover bis ins Allgäu war alles querbeet vertreten. Es war wieder richtig schön und ich freue mich schon jetzt auf nächstes Jahr.

 

Bis bald

 

Fröhliches Stricken!

Kirsten

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